Reference Framework for Distributed Repositories

Andreas Aschenbrenner · eDiss (Georg-August-Universität Göttingen) · 2010

Unsere Erwartungen an IT Infrastruktur ändern sich rasant. Vor nicht allzu langer Zeit transportierten wir Daten im Kilobyte-Bereich über einen Stapel Floppy-Disketten, während heutzutage für viele ein Tag ohne Internet schwer vorstellbar ist. Eine professionelle Speicherinfrastruktur konnten sich bis vor kurzem nur große Organisationen leisten, bis das Aufkommen von Cloud-Anbietern jedem Nutzer mit einem Internetanschluss diese Möglichkeit eröffnete. Schließlich ermöglichen hoch-komplexe Grid-Technologien die verteilte Berechnung von z.B. aufwändigen Simulationen, etc. . . . aber es existiert immer noch keine einfach integrierbare, vertrauenswürdige Umgebung zur Archivierung, semantischen Modellierung und Nachnutzung von Datei-basierten Objekten wie z.B. Simulationsergebnissen. Diese Arbeit entwickelt das Fundament für so eine Umgebung, auf Basis von Erfahrungen aus den Repositorien- und e-Infrastructure Communities. Es ist eine Umgebung, die nicht aus einer spezifischen Software besteht, sondern vielmehr aus der Vernetzung von existierenden Repositorien, externer Dienste, und anderer Module entsteht. Durch diese Interoperabilitätsmechanismen erschafft diese Arbeit "offene Repositorien-Umgebungen", in denen sich einzelne Komponenten unabhängig von einander entwickeln, dezentrale Module untereinander interagieren, und sich unterschiedliche Infrastrukturen mit einander vernetzen. Als solches schöpft diese Arbeit vor allem aus Technologien zur semantischen Modellierung von digitalen Objekten und der Virtualisierung vorhandener Hardware-Ressourcen in Grid-Infrastrukturen, und sieht offene Repositorien-Umgebungen an der Schnittstelle dieser Infrastrukturen. Systemarchitektur und damit auch der Aufbau von Repositorien ist ein kreativer Prozess, inspiriert durch existierende Erfahrungen und Modelle. Diese Arbeit sammelt existierende Erfahrungen und erstellt Modelle, die diesen Prozess strukturieren und unterstützen. Durch die Entwicklung einer Community-übergreifenden Referenzarchitektur für Repositorien können speziell zwei Interoperabilitätskanäle identifiziert werden: das Open Storage Interface und die Föderationsumgebung. Die Arbeit analysiert detailliert die Eigenschaften und Designkriterien für Open Storage Interfaces. Weiters strukturiert sie die Attribute und Techniken für Föderationsumgebungen, und entwickelt Entwurfsmuster für unterschiedliche Arten von Föderationen. Teil davon ist die Entwicklung eines neuartigen Mechanismus zur Föderation auf Basis von "Event-basierten Notificationen" - vielleicht der erste neuartige Ansatz seit der Entwicklung des OAI Protokolls für Metadata Harvesting (OAI-PMH) im Jahr 2001. Die wissenschaftliche Basis dieser Arbeit wurde abwechselnd in der Praxis nationaler und internationaler Infrastruktur-Projekte, sowie in Analyse und Diskussion mit internationalen Experten in dem Gebiet gesammelt. Im Speziellen verknüpfen diese Aktivitäten die Bereiche e-Infrastruktur mit nachhaltigem Datenmanagement und -pflege.

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