Usability Engineering now
Matthias Rauterberg · TU/e Research Portal · 1994
Die Verlagerung der Computerleistung an den Arbeitsplatz bedeutete eine einschneidende Veränderung der Arbeitsbedingungen vieler Angestellter.Die Aufgabenerfüllung erfolgt nun im direkten Kontakt -vermittelt über Bildschirm und Tastatur/Maus -zum Computer.Dabei besteht die Gefahr, daß die Benutzung und Beherrschung des Computers zu einer eigenständigen, mühsamen Aufgabe werden kann, obwohl das System eigentlich zur Unterstützung der originären Aufgaben gedacht war.Der Computer als Arbeitsmittel dient primär dazu, den Benutzer bei seinen Arbeiten zu unterstützen und von unzumutbaren, ständig auszuführenden, z.B. hochgradig routinisierten Aufgaben zu entlasten.Hier kann der Computer hilfreich sein.Dies bedeutet jedoch nicht, daß die vom Menschen bearbeiteten Aufgaben ausschließlich kreativer Natur sein sollten, vielmehr sollte der Routineanteil durch den Einsatz von EDV auf ein erträgliches Ausmaß reduziert werden.Analysiert man aktuelle Software-Entwicklungsprozeße, so erkennt man eine Reihe von Problemen und Schwachstellen.Die Ursachen hierfür sind sowohl in den verwendeten theoretischen Konzepten und den traditionellen Vorgehensweisen (insbesondere Projektmanagement), als auch in unzureichenden Kostenrechnungsmodellen begründet.Eines der wichtigsten Probleme besteht ganz allgemein darin, ein gemeinsames Verständnis aller betroffenen Personengruppen über den zu automatisierenden Anteil im betroffenen Arbeitssystem herzustellen, also gemeinsam verbindliche Antworten auf die Fragen "ob", "wo" und "wie" des geplanten Technikeinsatzes zu finden (siehe Abbildung 1).Hierzu gehört insbesondere die Bestimmung aller Eigenschaften des neu zu gestaltenden Arbeitssystems und der neuen Arbeitsaufgaben.